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Trainingsweltmeister: Im Training hui, im Wettkampf...

Neulich in der Dusche nach einem Langdistanzwettkampf: „Hej, schau mal. Dort duscht ein Trainingsweltmeister. Er trainiert bestimmt fast Tag und Nacht – schnell ist er trotzdem nicht.“

Mit dem Begriff Trainingsweltmeister wird in der Sportpsychologie (entgegen des umgangssprachlichen Gebrauchs) nicht ein Viel-Trainierer umschrieben. Man versteht darunter eine Person, die ihre häufig sehr guten Trainingsleistungen im Wettkampf nicht umsetzen kann. Wenn es wirklich zählt, kann sie nicht die gewohnte Leistung bringen. Dies bedeutet nicht, dass die Athletin oder der Athlet total versagt, aber es existiert eine Diskrepanz zwischen der Trainings- und der Wettkampfleistung.

Nach einigen solchen negativen Wettkampferfahrungen beginnt der Trainingsweltmeister an sich und an seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Oftmals wird daraufhin das Training intensiviert. Es müsste aber eine Veränderung im Kopf stattfinden.

Die Gründe für die oben beschriebene Diskrepanz zwischen Trainings- und Wettkampfleistung können vielfältig sein. In der untenstehenden Auflistung findest du mögliche Ursachen und Herangehensweisen.  

 

1)   Falsches Erregungsniveau:

Bist du am Wettkampf übererregt und zu nervös? Oder untererregt und zu entspannt? Tipps und Tricks dazu liest du in unserem August-Tipp.

 

2)   Furcht vor Misserfolg:

Viele Trainingsweltmeister motivieren sich in einer Leistungssituation mit Furcht vor Misserfolg („Hoffentlich werde ich nicht langsam sein!“). Besser wäre die gegensätzliche Motivationsrichtung Hoffnung auf Erfolg („Hoffentlich werde ich schnell sein!“).

Achte dich vor einem Wettkampf einmal bewusst darauf, welche Gedanken dir durch den Kopf gehen - eher Furcht vor Misserfolg oder Hoffnung auf Erfolg? Im Falle einer Misserfolgsorientierung empfehlen wir die Arbeit mit optimal gesetzten Zielen (siehe Juni-Tipp) und das Verbessern deines sportlichen Selbstvertrauens. Mehr dazu werden wir dir im Oktober-Tipp verraten.

 

3)   Konsequenzdenken:

Wenn du während deines Wettkampfes über mögliche Rennausgänge und deren Konsequenzen nachdenkst, kann das deine Konzentration stören und deine Leistung negativ beeinflussen.

Mit den Gedanken im Wettkampf bleiben wäre hier die beste Lösung. Folgende Gedanken helfen dir dabei: Ist meine Technik korrekt? Habe ich einen guten Rhythmus? Wie fühlt sich mein Tempo an? Wie ist meine Atmung?  

Im Spitzensport haben die erbrachten Leistungen gewichtigere Konsequenzen – sowohl finanziell wie auch im Bezug auf dein Selbstkonzept. Dies kann den Druck erhöhen und man denkt schon eher mal an die Konsequenzen des Rennens. Im Juli-Tipp findest du Anregungen zu diesem Thema.

 

4)   Soziale Hemmung:

Die Wettkampfsituation unterscheidet sich  deutlich vom Trainingsalltag. Ort und Zeitpunkt der Leistungserbringung sind nicht frei wählbar.  Zuschauer beobachten und beurteilen deinen Wettkampf. Du misst dich mit und vergleichst dich mit Konkurrenten. Dies kann zu einem mulmigen Gefühl führen oder sogar ein wenig Angst hervorrufen. Während wettkampfstarke Athleten im Sinne einer sozialen Erleichterung von Publikum profitieren und sich zusätzlich zu Höchstleistungen anspornen lassen, fühlt sich der Trainingsweltmeister durch die Zuschauer enorm unter Druck und seine erbrachte Leistung wird im Sinne einer sozialen Erschwerung schlechter. Deshalb empfehlen wir regelmässige Testwettkämpfe. Dabei erlangst du Wettkampfroutine, lernst dich realistisch einzuschätzen und kannst die Angst vor dem Publikum verlieren.

Erkennst du dich in einem Punkt wieder? Versuche dann, unsere Verhaltenstipps umzusetzen. Auch hier gilt: Übung macht den Meister – den Wettkampfweltmeister!

 

Aufgepasst – nicht immer liegen dem Phänomen des Trainingsweltmeisters mentale Aspekte zu Grunde. Wer nämlich im Training immer Vollgas gibt, kann sich im Wettkampf nicht mehr steigern oder ist zu erschöpft, um überhaupt eine ansprechende Leistung zu erbringen. Dann ist es lohnenswert, sich zuerst mit der Trainingsphilosophie auseinanderzusetzen und erst im Anschluss mit mentalen Trainingseinheiten zu starten.

 

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