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FEBRUAR-Tipp 2014: Der Weg aus der Post-Saisonhöhepunkt-Depression

Im Moment laufen die Winterspiele in Sochi auf Hochtouren. Für die meisten Athleten bedeuten olympische Spiele der absolute Höhepunkt ihrer Saison und ihrer Sportkarriere – doch was danach? Wohin geht es nach diesem Peak?

Egal, ob der wichtigste Wettkampf des Jahres erfolgreich gewesen ist oder nicht – ganz viele Sportler verspüren danach eine grosse, innere Leere und Antriebslosigkeit. Kennst du dieses Gefühl? Obwohl du endlich mal Zeit für so viele andere schöne Dinge hättest und nicht trainieren „musst“, hast du auf nichts Lust und fühlst dich gelangweilt. Körperlich und geistig bist du total erschöpft, aber doch zu wach, um gut zu schlafen und dich zu erholen. Du hast keinen Appetit und fühlst dich energielos. Zudem bist du emotional instabil und reagierst gereizt auf Belanglosigkeiten. Da dein langfristiges Ziel nun erreicht ist, bist du ohne neues Ziel rastlos und latent unzufrieden.

Diese Symptome, in der Triathlon-Langdistanzszene schon lange als Post Ironman Blues bekannt, sind bis jetzt nur in wenigen Sportarten diskutiert und untersucht worden. Noch immer herrscht vielerorts die Ansicht, dass gerade nach einem erfolgreichen Wettkampf Hochgefühle, Motivation und Zuversicht überwiegen sollten. Leider gibt es darum bisher nur wenig gesicherte Befunde zu diesem Phänomen.

AMNIS hat darum nun versucht, die wichtigsten psychologischen Tools zusammenzustellen, welche dir bei der erfolgreichen Bewältigung deiner Post-Saisonhöhepunkt-Depression helfen können:

  • Selbstberuhigung: Beruhige dich selbst – es ist ganz normal, nach einem Höhepunkt in ein Loch zu fallen! Du bist nicht der/die Erste und wirst nicht die/der Letzte sein. Nimm hier das Bild eines Berggipfels mit: Der erste Schritt nach einem Gipfel ist immer bergabwärts. Wenn du einen neuen Gipfel erklimmen willst, musst du zuerst wieder ein wenig runtergehen. Mit mehrjähriger Erfahrung wirst du diese Phase bereits antizipieren und lockerer damit umgehen können.
  • Debriefing: Lass deinen Wettkampf ein paar Tage ruhen, dann aber analysiere ihn: Was hast du gut gemacht? Was kannst du noch besser machen? Wo waren kontrollierbare und unkontrollierbare Faktoren, auf welche du nicht vorbereitet warst? Was hat dich sportlich weitergebracht in diesem Wettkampf / in dieser Saison? Und was persönlich?
  • Entspannung (Autogenes Training o.ä.): Viele Sportler sind noch Tage nach dem grossen Rennen geistig zu aufgekratzt, um wirklich schlafen zu können – und das, obwohl sie körperlich eigentlich müde sind. Dein Körper braucht die Erholung aber trotzdem: Gib sie ihm, indem du dir jeden Tag bewusst Zeit für Entspannung nimmst, z.B. Autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation.
  • Zielsetzung: Plane bereits VOR deinem grossen Rennen, was deine nächsten (nicht sportlichen!) Ziele während der Regenerationszeit sind: Freunde, Familie oder vernachlässigte Hobbys sind ganz sicher während deiner Vorbereitung zu kurz gekommen. Setze dir ganz konkrete Ziele, was du nach dem Saisonhöhepunkt anpacken willst. Warte mit neuen sportlichen Zielsetzungen mindestens zwei bis drei Wochen nach dem Wettkampf. Mit ein wenig Distanz wirst du bessere Entscheidungen fällen und klarere Vorstellungen von deiner sportlichen Zukunft haben. Lass deinen neuen Zielen Zeit zum reifen.
  • Ändere dein Mind-Set: Wer hart auf ein Rennen hinarbeitet, der verbringt die letzten Wochen vor dem grossen Rennen gedanklich oft in seiner eigenen, kleinen Sportwelt. Jetzt ist Zeit, wieder in die reale Welt hinauszutreten und deine gewohnten Denkmuster zu verlassen: Sei faul ohne schlechtes Gewissen. Get out of shape, werde unfit. Iss, soviel du willst – du hast eine Belohnung verdient. Lebe unstrukturiert in den Tag hinein, ohne jede einzelne Minute verplant zu haben. Lerne deine Gedanken so zu regulieren, dass sie nicht komplett vom Sport kontrolliert werden. Wer fokussiert und diszipliniert während 11 Monaten auf ein Ziel hinarbeiten will, der muss mindestens einen Monat lang physisch und psychisch loslassen können.

Probiere diese Tools in der kommenden Saison aus und gib uns ein Feedback: Hast du noch weitere Symptome erlebt? Was hat dir persönlich beim Überwinden des Post-Race-Blues geholfen? Und was sind deine eigenen Tricks? Teile deine Erfahrungen mit AMNIS, indem du eine Email schreibst an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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