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SEPTEMBER-Tipp 2014: Erfolg & Misserfolg - Sieg & Niederlage

Sieg und Niederlage begleiten jeden Sportler, insbesondere wenn dieser Wettkämpfe bestreitet. Vor allem nach einem Misserfolg steht die Frage nach dem Warum im Raum. Aber auch ausserhalb des Sports haben Menschen die Neigung, Ursachen für Gelingen oder Misslingen  zu suchen. Die Art und Weise, wie dies geschieht, fällt jedoch unterschiedlich aus.

Mögliche Stimmen nach einem Wettkampf:

"Übles Wetter, da kann man ja keine Leistung bringen."

 

"Dass ich heute aufs Podest gelaufen bin, ist nur Glückssache. Die besten Konkurrentinnen sind heute nicht am Start gewesen." 

 

"Nie bringe ich etwas auf die Reihe. Auch heute hat es nicht geklappt."

 

"Heute wäre ich besser im Bett geblieben. Ich bin nicht bereit gewesen, mich anzustrengen und zu quälen."

"Ich kam, sah und siegte."

"Schon wieder ein Defekt am Hinterrad!"

 

"Die letzten Kilometer sind extrem streng gewesen, aber ich hab es durchgezogen."

 

"Das ist mein Lieblingswettkampf, hier bin ich immer gut."

Diese Aussagen zeigen auf, dass Erfolg und Misserfolg auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden können. In der Psychologie spricht man in diesem Zusammenhang  von Attributionen (Ursachenzuschreibungen), die anhand drei verschiedener Dimensionen beschrieben werden können.

 

1. Dimension: Zeitstabilität

  • Ist eine Ursache stabil oder ist sie veränderbar (variabel)?

2. Dimension: Lokation

  • Liegt die Ursache bei mir (internal) oder sind äussere Faktoren dafür verantwortlich (external)?

3. Dimension: Kontrollierbarkeit

  •  Kann ich den Faktor beeinflussen oder nicht?

 

Aus diesen Dimensionen ergeben sich verschiedene Attributionsmuster. Je nach angewandtem Muster wirkt sich dies förderlich oder hinderlich auf die Motivation und zukünftige Erwartungen und Leistung aus.

 

Lokation

external internal

Zeitstabilität

 kontrollierbar

 unkontrollierbar

 kontrollierbar

 unkontrollierbar

stabil

stabil

variabel

variabel

 

„Übles Wetter, da kann man ja keine Leistung bringen." Diese Person hat den Misserfolg auf eine externale, variable und unkontrollierbare Ursache zurückgeführt.  Mit dieser Aussage kann sie ihren Selbstwert schützen, da sie die Verantwortung für den Misserfolg von sich weist. Die Erfolgsaussichten  für den nächsten Wettkampf bleiben intakt. Es bringt einen Athleten aber nicht weiter, wenn er sich nie für den Misserfolg verantwortlich fühlt. Die Kontrolle über den Ausgang eines Wettstreites soll bei ihm bleiben. Deshalb ist eine internale, variabele und kontrollierbare Attribution dienlicher.

„Heute wäre ich besser im Bett geblieben. Ich bin nicht bereit gewesen, mich anzustrengen und zu quälen." Diese Person hat die fehlende Anstrengungsbereitschaft als Ursache eruiert. Durch die wahrgenommene Veränderbarkeit weiss dieser Athlet, was er hinsichtlich auf das nächste Mal verändern kann und gibt die Kontrolle seiner Leistung nicht aus der Hand. Dies ist bei einer internalen, stabilen und unkontrollierbaren Ursachenzuschreibung nicht der Fall. „Nie bringe ich was auf die Reihe, auch heute hat es wieder nicht geklappt!" In dieser Aussage wird der Glaube an die Unveränderbarkeit der eigenen Fähigkeiten deutlich. Dies wirkt sich negativ auf den Selbstwert, die Motivation, die Leistung und zukünftige Erfolgshoffnungen aus.

Ebenfalls unkontrollierbar attribuiert die Person der Aussage „Dass ich aufs Podest gelaufen bin, ist nur Glückssache. Die besten Konkurrentinnen sind heute nicht am Start gewesen." Die Erfolgsursache findet sie external, variabel. Durch diese Art der Attribuierung entwertet sie ihre persönliche Leistung. Das fehlende Vertrauen in ihre Fähigkeiten fehlt ihr bei weiteren Wettkämpfen und wirkt sich negativ auf die Motivation aus. Eine externale, stabile und unkontrollierbare Erklärung des Erfolges zeigt die Aussage „Das ist mein Lieblingswettkampf, hier bin ich immer gut." Dieser Gedanke unterstützt eine zukünftige Erfolgserwartung bei eben diesem, aber nicht bei anderen Wettkämpfen, da die eigene Leistung nicht als Teil des Erfolgs gewürdigt wird.

 

 Für die Motivation und zukünftige Wettkampfsituationen ist es günstig wenn,

  • Erfolg internal
  • Misserfolg variabel und kontrollierbar

 erklärt wird.

 

 Wenig förderlich ist es, wenn

  • Erfolg external und unkontrollierbar
  • Misserfolg internal, stabil und unkontrollierbar

 attribuiert wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du kennst nun verschiedene Attributionsmuster. Beobachte deine Gedanken nach deinen Erfolgen und Misserfolgen. Wie attribuierst du?

Ändere deine motivations- und leistungshemmenden Ursachenzuschreibungen und behalt die förderlichen unbedingt bei!

 

 

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